Salbei (Salvia officinalis)
Sein Name verrät bereits die hohe Wertschätzung dieser seit langem verwendeten Pflanze: „Salvus“ bedeutet auf lateinisch gesund oder gerettet: was will man mehr?
Geschichtliches[Bearbeiten]
Der Salbei ist eine Pflanze, die schon seit der frühesten Geschichte immer wieder als heilbringendes Kraut Erwähnung findet, auch von Hippokrates. Viele sehr interessante Berichte lassen darauf schließen, dass der Salbei eine stark schützende Wirkung gegen Infektionen hat, denn bereits zur Pestzeit im 15. Jahrhundert nahmen Menschen, die Pestleichen ausrauben wollten, in Essig eingelegte Salbeiblätter.
Inhaltstoffe[Bearbeiten]
Die Salbeiblätter enthalten 1-2,5 % ätherische Öle (vor allem Thujon, Campher, Cineol), ebenso Bitter- und Gerbstoffe. Ein wichtiger Bestandteil des Salbeis sind die organischen Säuren Rosmarinsäure und Kaffeesäure und etliche Flavonoide (Resveratrol, Kampferol, Quercetin, Luteolin, Apigenin, Chrysin und noch etliche mehr) [1]. Da Salbei recht viel Thujone enthält, sollte vom regelmäßigen Trinken von Salbeitee abgeraten werden, da diese Substanzen als Nervengifte zu Halluzinationen führen können und den Nieren schaden.
Anwendung[Bearbeiten]
Einerseits wird der Salbei sehr gerne als Küchengewürz verwendet, aber mindestens so wichtig sind seine heilenden Wirkungen. In der Volksmedizin wird er als Tee oder als alkoholischer Extrakt gegen Husten und Halsschmerzen verwendet, denn er wirkt antibakteriell und entzündungshemmend. Das ätherische Öl wirkt besonders desinfizierend. Er hilft auch gegen übermäßiges Schwitzen, daher enthalten viele Präparate für die Menopause Salbeiextrakte. Ebenso überzeugend sind Studien, die zeigen, dass ein Salbeiextrakt die kognitiven Fähigkeiten und das Gedächtnis verbessern konnten, sodass dem Salbei wegen seiner antioxidativen Eigenschaften auch neuroprotektive Effekte zugeschrieben werden können [2].
Was sagt die Wissenschaft?[Bearbeiten]
Der Salbei ist medizinisch intensiv untersucht, inklusive hochwertiger klinischer Studien am Menschen. Eindeutig gezeigt ist die Verbesserung gegen Hitzewallugen in der Menopause, antibakterielle Eigenschaften als Gurgelmittel gegen Halsschmerzen, entzündungshemmende und antimikrobielle Wirkung gegen etliche Bakterien. Die entzündungshemmenden Eigenschaften des Salbeis werden der Rosmarinsäure zugeordnet da die Produktion von Prostaglandinen gehemmt wird[3]. Eine HMPPA Monographie bestätigt ebenfalls die Qualität etlicher Studien, die dem Salbei ohne Bedenken den Status einer Heilpflanze mit hohem medizinischem Wert zuschreiben (Merecz-Sadowska A 2024).
Quellen[Bearbeiten]
- ↑ Alharbi YM 2022, Antioxidants (Basel) 11:669, doi: 10.3390/antiox11040668. Antioxidative, Antidiabetic, and Hypolipidemic Properties of Probiotic-Enriched Fermented Camel Milk Combined with Salvia officinalis Leaves Hydroalcoholic Extract in Streptozotocin-Induced Diabetes in Rats
- ↑ Massadeh AM. 2022, Curr Alzheimer Res 19:440-448 DOI: 10.2174/1567205019666220805092450 Assessing the influence of salvia triloba on memory deficit caused by sleep deprivation in the context of oxidative stress
- ↑ Rampart M 1986, Biochem Pharmacol 35:1397-400 doi: 10.1016/0006-2952(86)90289-3. Complement-dependent stimulation of prostacyclin biosynthesis: inhibition by rosmarinic acid